Operationen bei arteriellem
Verschlussleiden –pAVK

Medizinische Grundlagen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische Gefäßerkrankung, die durch eine Verengung oder einen Verschluss der arteriellen Gefäße, meist in den Beinen, verursacht wird. In Abhängigkeit vom Stadium auch als „Schaufensterkrankheit” oder “Raucherbein” bezeichnete Verschlusskrankheit der Arterien ist mit mehr als 700 Eingriffen pro Jahr eine der Hauptbetätigungsfelder unserer Abteilung. 

Hauptursache der pAVK ist die Arteriosklerose, eine Erkrankung, bei der sich Ablagerungen in den Arterien bilden und den Blutfluss in den Extremitäten einschränken. Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte.

In den frühen Stadien zeigen sich oft Schmerzen beim Gehen im Gesäßbereich oder auch häufiger in den Waden. In schlimmeren Fällen bestehen diese Schmerzen auch in Ruhe und die Patienten müssen nachts das Bein aus dem Bett heraushängen lassen, um zur Ruhe zu kommen. Im Endstadium geht Gewebe zugrunde und es bilden sich offene Hautstellen oder sogar livide Zehen.

Der Therapie voraus geht bei uns eine umfangreiche Diagnostik mit Ermittlung der Verschlussdrücke, transcutanen Sauerstoffmessung, Belastungstests, farbcodierter Duplexsonographie und ggf. Angiographie. 

Erst dann wird das optimale Therapieverfahren gewählt und in Absprache mit dem Patienten festgelegt. 

Auch eine konservative Therapie ohne Operation oder Intervention kommt unter Umständen in Betracht. Hierbei wird der Patient entsprechend beraten, die Medikation überprüft und optimiert und ggf. geführtes Gehtraining organisiert.

Das Behandlungsziel ist Stadien abhängig.

Im Stadium II (Gehstreckenreduktion) nach Fontaine ist eine spürbare Verbesserung der Gehstrecke anzustreben.

Im Stadium III (nächtliche Ruheschmerzen) soll eine Unterbrechung des Ruheschmerzes erreicht werden.

Im Stadium IV (offene Wunde/livide Zehen) ist das Ziel, die chronischen Wunden zur Abheilung zu bringen. Somit sollen eine Verbesserung der Lebensqualität und letztendlich der Erhalt des Beines erreicht werden.

Thrombendarteriektomie = offene Ausschälung

Das betroffene Gefäß wird eröffnet und die Kalkablagerung ausgeschält. Anschließend wird das Gefäß mit einer Patchplastik aus Kunststoff oder Bio-Material wieder verschlossen. Oft erfolgt innerhalb dieses Eingriffs auch eine kathetergesteuerte Aufdehnung eines Gefäßes ober-oder unterhalb der OP Region, da selten nur eine arterielle Region betroffen ist.

Bypass/Interponat/Y-Prothese

Hierbei wird das betroffene Gefäßdurch Kunststoff oder Biomaterialien oder aber auch körpereigener Vene ersetzt (Interponat) oder überbrückt (Bypass). Bei Verschlüssen der Hauptschlagader wird eine sogenannte Y-Prothese benutzt, um den Durchfluss zu beiden Beinen wiederherzustellen.

Minimalinvasive perkutane Techniken

Bei diesen Techniken werden die Verengungen mittels Ballonkathetern und Stents erweitert. Hierbei steht uns ein breites Portfolio an Spezialballons, Stents aber auch Artherektomieverfahren (=Gefäßfräse) zur Verfügung. Diese Techniken erfolgen in der Regel in Lokalanästhesie in unsere Angiosuite.

Offene Operation = Thrombendarteriektomie, Bypass, Interponat

In der Regel haben Sie für 24h Bettruhe und bekommen dauerhaft ein blutverdünnendes Medikament (Heparinperfusor).

Ab Tag 2 dürfen Sie sich zunehmend bewegen und können in Abhängigkeit von der Wundheilung und Ihres Allgemeinzustandes ab Tag 4 entlassen werden. Die Fäden werden nach 12-14 Tagen gezogen. Duschen ist ab dem 3. Tag erlaubt.