Halsschlagader (Arteria Carotis) 

Medizinische Grundlagen

Bei einer Carotisstenose liegt eine Einengung (Stenose) der inneren hirnversorgenden Halsschlagader (Art. carotis interna) vor. Eine hochgradige Einengung von mehr als 70% des Gefäßes erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Eine Carotisstenose tritt meist in der zweiten Lebenshälfte auf, ab dem 70. Lebensjahr sogar in bis zu 15%.

Die Hauptursache ist die Arteriosklerose, die zu einer Einengung der Gefäße führt und durch Ablösen von Blutgerinnseln (Embolien) nachgeschaltete Hirngefäße verstopfen kann. Infolgedessen kann ein Schlaganfallauftreten, der zu unterschiedlichen neurologischen Funktionsausfällen führen kann.

Erste Vorboten können Sprach- oder Sehstörungen sowie eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur mit hängendem Mundwinkel sein. Auch kurzfristige minutenlange Lähmungen von Arm oder Bein können Ausdruck einer sogenannten TIA (transitorisch ischämische Attacke) sein.

Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Schlaganfall mit unterschiedlichem Ausmaß von bleibenden neurologischen Ausfällen wie Lähmungen und Sprachstörungen.

Eine Verengung der Halsschlagader wird mit einer Sonographie/Farbdoppleruntersuchung festgestellt und hierin das Ausmaß der Verengung diagnostiziert. Auch kernspintomographische Angiographien (MRA) der Halsgefäße werden durchgeführt. 

Bestehen Symptome oder steht eine Operation an, muss das Gehirn mittels einer Kernspintomographie oder aber Computertomographie untersucht sein. Welche Untersuchungen für den Patienten nötig sind, legt der behandelnde Arzt fest.

Vor einer Operation erfolgt eine neurologische sowie HNO-ärztliche Untersuchung.

Ab einer Einengung von 70% sollte bei asymptomatischen Patienten eine Operation erfolgen. Haben sich bereits erste Symptome gezeigt, ergibt sich auch unter 70% Einengung eine operative Therapieempfehlung. Eine medikamentöse Therapie sollte ab 50% immer erfolgen.

Da in unserer Abteilung mit mehr als 200 Operationen im Jahr eine sehr hohe Expertise vorliegt, werden wir mit Ihnen zusammen die bestmögliche Therapieoption festlegen.

Die operative Therapie führen wir befundabhängig sowohl als Thrombendarteriektomie (TEA) als auch als Eversionsendarteriektomie (EEA) durch.   

Eversionsendarteriektomie der Carotis
Bei der EEA muss die Halsschlagader abgetrennt und die Engstelle durch „Umkrempeln“ ausgeschält werden. Danach wird die Schlagader mit einer fortlaufenden Naht wieder angenäht.

Thrombendarteriektomie der Carotis
Bei der TEA wird die Arterie eröffnet und die Ablagerungen (arteriosklerotische Plaque) aus der Gefäßwand entfernt. Der Verschluss der längs eröffneten Halsschlagader erfolgt durch Einnähen eines Streifens/Flickens (Patch) aus speziellem Kunststoff oder tierischem Biomaterial.

Interventionelle Therapie
Bei der perkutanen Angioplastie der Carotis (PTA) erfolgt der Gefäßzugang in der Regel über eines der Leistengefäße. Die Engstelle wird mit einem Draht passiert und ein Filter als Schutzvorrichtung hinter der Engstelle entfaltet. Die Stentimplantation erfolgt dann über einen auf dem Draht laufenden Katheter.  Der Stent kleidet das Gefäß von innen aus und hält es offen. Das Ganze läuft unter Röntgenkontrolle.

Offene Operation = Eversionsendarteriektomie/Thrombendarteriektomie

In der Regel sind Sie schon am Tag der Operation recht fit und können aufstehen. Manchmal kann es in den ersten Tagen noch zu Blutdruckunregelmäßigkeiten kommen. Am 4.-5. Tag nach der Operation ist in der Regel die Entlassung geplant und das Fadenmaterial wird vor der Entlassung entfernt.

Interventionelle Therapie

Am Tag der Operationen liegt noch ein Druckverband an und Sie haben Bettruhe. Am Folgetag dürfen Sie aufstehen und werden in der Regel nach Durchführung der Kontrolluntersuchungen entlassen.