Operationen von Aneurysmen 

Medizinische Grundlagen

Erweiterungen (Aneurysmen) der Arterien können im allen Körperregionen auftreten, sie sind aber an der Hauptschlagader (Aorta) und an der Kniekehlenschlagader (A.poplitea) am häufigsten. Bei den über 50 Jährigen sind ca. 3% der Bevölkerung von einem Bauchaortenaneurysma betroffen. Als Risikofaktoren gelten Niktotinabusus, Bluthochdruck und eine familiäre Belastung. Hauptgefahr ist das Platzen (Ruptur), was zu ca. 70% der Fälle tödlich ist.  Da das BAA in der Regel vorher keine Symptome macht, ist eine regelmäßige Kontrolle insbesondere der Risikogruppen (> 50-Jährige, Hypertoniker, Raucher, familiäre Belastung) mittels Ultraschall sinnvoll.

Die Erweiterungen der Kniekehlenschlagader kann zu Gerinnselbildung und Gefäßverschlüssen führen. Letzteres geht mit der Gefahr einer Beinamputation einher.

Aneurysmen in anderen Körperregionen sind deutlich seltener, können aber ebenfalls in ähnlicher Weise bei uns diagnostiziert und therapiert werden.

Bauchaortenaneurysma
In den meisten Fällen asymptomatisch. Bei raschem Wachstum oder im Rupturfall plötzliche bewegungsunabhängig Rückenschmerzen.

Aneurysma der A.poplitea
Schleichende oder plötzliche Gehstreckenverminderung oder Ruheschmerzen.

Bauchaortenaneurysma
Mittels Ultraschall und unter Umständen nachfolgend einer Computertomographie kann die Größe und Ausdehnung des BAAs bestimmt werden und ggf. die passende Operationsindikation gestellt werden.

Aneurysma der A.poplitea
Auch hier stellt die Sonographie die zentrale Untersuchung dar und wird ergänzt durch periphere Flußmessungen (Verschlussdrücke, transcutane  Sauerstoffmessung).  Stellt sich hierbei ein operationsbedürftiger Befund dar, wird meist noch eine Computertomographie oder Kernspintomographie durchgeführt.

Andere Aneurysmen
Mittels Ultraschall und meist Computertomographie oder auch Kernspintomographie werden Größe und Lokalisation festgestellt.

Bauchaortenaneurysma

Im Rupturfall muss eine sofortige Operation erfolgen. Hierfür steht 24/7 ein Notfallteam bereit.

Bei asymptomatischen BAAs ergibt sich die Empfehlung für eine Operation in Abhängigkeit von der Größe und/oder Größenzunahme sowie weiteren individuellen Faktoren. Da wir jährlich in unserem zertifizierten Aortenzentrum mehr als 100 derartige Eingriffe durchführen, können wir hier die für Sie bestmögliche Empfehlung aussprechen.

 

A.poplitea

Die Empfehlung zur Operation und auch die Wahl des Therapieverfahrens hängt von anatomischen Details (Größe, Länge, Anzahl Unterschenkelgefäße) sowie Faktoren wie Alter, Nebenerkrankungen, Verfügbarkeit von körpereigenem Material (Vene) u.ä. ab.

Andere Aneurysmen

In der Aneurysmachirurgie ergibt sich die OP-empfehlung meist aus Größe, Lokalisation und patientenindividuellen Befunden.

Bauchaortenaneurysma

Endovaskuläre Operation

Bei diesem Verfahren kommen Stent-Prothesen zum Einsatz. Hier wird über die Leistenschlagader eine durch Draht verstärkte Prothese von innen in das Aneurysma eingebracht. Der Eingriff ist schonender, weil die Bauchhöhle nicht geöffnet wird und wird in Vollnarkose (in seltenen Fällen auch lokale Betäubung) durchgeführt.

Diese endovaskuläre Operation (EVAR) kann in über 70% der Fälle durchgeführt werden und ist für den Patienten deutlich weniger belastend.

Auch im Notfall kann diese Methode schnell und zügig angeboten werden und als zertifiziertes Aortenzentrum sind wir eine der Kliniken, die regelhaft vom Rettungsdienst angefragt werden.

Konventionelle Operation

Bei dieser Methode erfolgt die Öffnung des Bauches. Oberhalb und unterhalb der Gefäßerweiterung wird das Blutgefäß abgeklemmt, das Aneurysma wird längs geöffnet und eine Gefäßprothese als Ersatz eingenäht. Nach Freigabe des Blutstroms wird die ursprüngliche Gefäßwand zum Schutz der umgebenden Organe wieder um die Prothese gelegt und vernäht. Dieser Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

 

Aneurysma der A.poplitea

Endovaskuläre Operation

Bei diesem Verfahren wird durch die Leiste drahtgeführt eine gecoverte Stentprothese eingesetzt. Hierfür müssen allerdings gewisse anatomische Bedingungen im Bezug auf die Gefäßgröße vor und hinter dem Aneurysma gegeben sein, so dass diese Möglichkeit nicht immer angeboten werden kann.

Konventionelle Operation

Hier gibt es zwei Methoden. Zum einen kann das Aneurysma durch einen Bypass „umgangen“ werden, so dass kein Blut mehr durch das Aneurysma sondern nur durch den Bypass fließt. Zum anderen kann das Aneurysma durch eine Kunststoffprothese oder ein Venenstück ersetzt werden.

Welche Methode für sie in Frage kommt werden wir mit Ihnen im Fall des Falles ausführlich besprechen.

 

Andere Aneurysmen

Auch bei allen anderen Aneurysmen sind oft sowohl eine offene als auch eine endovaskuläre Therapie möglich und werden Ihnen bei dem jeweiligen Krankheitsbild entsprechend erörtert.

Bauchaortenaneurysma

Konventionelle Operation

Nach der Operation verbringen Sie 2-3 Tage auf der Intensivstation, so dass die Organfunktionen bestens überwacht werden. Auf der Normalstation erfolgt dann die zunehmende Mobilisation und der Kostaufbau. In Abhängigkeit von Ihrer Fitness und Ihrem Allgemeinzustand kann eine Entlassung nach 7-14 Tagen erfolgen. Eine Rehabilitation kann auf Wunsch erfolgen und wird von uns organisiert. Die Fäden werden nach 12-14 Tagen entfernt, nach 3 Tagen dürfen Sie duschen.

Eine vollständige körperliche Belastbarkeit ist innerhalb von 2- 3 Monaten erreicht.

Kontrollen der Prothese sollten im ersten Jahr 2 x, danach jährlich mittels Sonographie ggf. Computertomographie erfolgen.

Endovaskuläre Operation

Nach der Operation können Sie auf der Normalstation am ersten Tag bereits aufstehen und sich mobilisierenAufgrund der schonenden OP Methode können Sie nach 3-5 Tagen entlassen werden. Die Fäden werden nach 10-14 Tagen gezogen, nach 3 Tagen dürfen Sie duschen.

Eine vollständige körperliche Belastbarkeit ist nach 2-3 Wochen wieder erreicht.

Kontrollen der Prothese sollten im ersten Jahr 2 x, dann jährlich erfolgen. Es ist bekannt, dass bei 20-30 Prozent der Pateinten im Verlauf nochmals „Service-Operationen“ durchgeführt werden müssen und nach erfolgten Sonographien häufiger eine Computertomographie zur Beurteilung der Stentprothese notwendig wird.

 

Aneurysma der A.poplitea

Konventionelle Operation

Nach der Operation haben sie 24-48h Bettruhe und können sich danach zunehmend selbstständig bewegen. Die Fäden werden nach 10-14 Tagen gezogen, nach 3 Tagen dürfen Sie duschen.

Eine vollständige körperliche Belastbarkeit ist nach 2-3 Wochen wieder erreicht.

Endovaskuläre Operation

Nach der Operation können Sie auf der Normalstation am ersten Tag bereits aufstehen und sich mobilisierenAufgrund der schonenden OP Methode können Sie meist bereits am Folgetag entlassen werden. In den meisten Fällen müssen Sie für 8 Wochen 2 blutverdünnende Medikamente einnehmen.

Eine vollständige körperliche Belastbarkeit ist sofort wieder erreicht.